Ahnentafel
Sieben Generationen nach Kekulé, jede Zeile mit Prüfvermerk: belegt, unsichere Lesung oder offene Zuordnung.
Stefan GlasHistorische Datenerschließung · Innviertel, Oberösterreich
Der beste Beleg für Datenqualität ist ein Bestand, den man selbst vollständig durchgearbeitet hat. Was hier steht, ist mit denselben Werkzeugen erschlossen, die ich auch für Aufträge einsetze – und mit derselben Kontrolle am Scan.
Diese Forschung begann mit zwei handgeschriebenen Zetteln und einem Grabstein am Friedhof von Moosbach. Sie führt heute über sieben Generationen zurück – durch die Taufbücher von Schwand, Handenberg, Überackern, Altheim und Treubach, durch Trauungsprotokolle in Kurrentschrift und bis zu einem Witwer, der im Jänner 1926 nach Salzburg fuhr, um dort still zu heiraten.
Was hier steht, ist belegt oder als offen markiert – nichts dazwischen. Die Familienerinnerung hatte manchmal recht (Treubach!), manchmal irrte sie um eine Generation, und beides steht gleichberechtigt im Protokoll. Denn das ist die eigentliche Lehre aus den Registern: Übereinstimmung zählt nur bei Unabhängigkeit, und ein Fragezeichen ist ehrlicher als eine schöne Vermutung.
Sieben Generationen nach Kekulé, jede Zeile mit Prüfvermerk: belegt, unsichere Lesung oder offene Zuordnung.
Die Chronik der Funde – einschließlich der Irrwege. Korrigierte Fehllesungen bleiben dokumentiert.
Jede ausgewertete Matrikenstelle mit Tomus, pagina und Eintragsnummer – nachprüfbar für jeden.
Zwei Höfe in Schwand, vom Haus aus erschlossen: was die Register über eine Hausnummer hergeben, wenn man den ganzen Bestand liest.
Das OÖ Landesarchiv nennt für Michael Glas den 17.12.1840 als Geburts- und den 20.12.1840 als Taufdatum. Damit hat Generation VI erstmals ein Datum. Offen bleibt, in welcher Pfarre der Eintrag steht: Maria Schmolln wurde erst 1867 zur Pfarre erhoben, die Matriken davor liegen in der Mutterpfarre. Solange die Auskunft nicht am Eintrag verifiziert ist, bleibt sie Sekundärangabe – die Fundstelle ist nachgefragt.
Auskunft OÖ Landesarchiv, Zl. VI/369-26 Schn (A. Schneider)
Ohne Anhaltspunkt zum Trauungsort ist der Eintrag nicht zu finden – das Landesarchiv beziffert den Suchraum auf rund 200 Pfarren und sieht keine Möglichkeit, ihn einzugrenzen. Die Suche ruht damit, bis ein Nebenbefund einen Ort nahelegt: ein Patenname, eine Zuständigkeitsangabe, ein Kind mit bekanntem Geburtsort. Kein Irrtum, sondern eine Grenze der Quellen – und als solche protokolliert.
Auskunft OÖ Landesarchiv, Zl. VI/369-26 Schn
Die auf Matricula angelegten, aber nicht freigeschalteten alphabetischen Indices bleiben online gesperrt – teils nach § 52 Abs. 5 Personenstandsgesetz 2013, teils weil die Pfarre ab 1939 nicht mehr als Standesamt fungierte. Im Lesesaal des OÖ Landesarchivs sind sie jedoch einsehbar, geschützte Einträge geschwärzt. Für den gesperrten Taufjahrgang 1929 ist das der erste konkrete Weg seit Monaten. Nebenbei: Die 404-Meldungen auf Matricula sind Überlastung, kein Zugriffsverbot.
Auskunft OÖ Landesarchiv, Zl. VI/369-26 Schn
In dieser öffentlichen Fassung stehen ausschließlich Verstorbene. Die lebenden Angehörigen – darunter zwei Kinder – sind aus der veröffentlichten Tafel technisch ausgenommen; ihre Daten liegen nur privat im Familienkreis. Genauso halte ich es mit dem, was Sie mir anvertrauen: Was Sie mir schicken, bleibt bei mir, und veröffentlicht wird nichts ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung.